Erntedank
Etwa eine Woche nach dem Kirchenkalender haben wir heute unser Erntedankfest gefeiert. Was verbinde ich mit Erntedank?
Schon seit ich Kind bin, steht da vorne immer ein Gabentisch, festlich geschmückt und dekoriert, mit allem, was die Ernte des Jahres repräsentiert.
Dann gibt es ein kleines Programm. Als ich klein war, gab es Wochen vorher von der Kindertante kleine Papierschnipselchen, die an die Eltern verteilt wurden, damit diese zu Hause dann mit den Kindern die Gedichte einüben. Am Tag X wurden dann die Gedichte und Musikstücke unter schrecklichem Lampenfieber dem Auditorium vorgetragen.
Und noch gehört für mich seit Kindertagen untrennbar zum Erntedank: Das Lied "Wir pflügen und wir streuen..."
Vor allem der Aufbau der Melodie hat mich damals fasziniert. Es geht ziemlich tief los, "wir pflügen und wir streuen den Samen auf das Land", dann kommt kurz eine Sequenz, als sei es eine Antwort, in einer höheren Lage, "doch Wachstum und Gedeihen steht in des Himmels Hand: der tut mit leisem Wehen sich mild und heimlich auf" um dann wieder tiefer zu werden "und träuft,wenn heim wir gehen, Wuchs und Gedeihen drauf". Der Kreis schließt sich, doch nicht ganz. Er deutet auf den Refrain hin, der zunächst nur auf zwei Tönen beginnt: "Alle gute Gabe" und dann in höheren Gefilden jubelt "kommt her von Gott dem Herrn". "Drum dankt ihm, dankt, und hofft auf ihn!" - so schließt der Refrain.
Matthias Claudius verfaßte es um 1783. Es gibt immer wieder kleine Kriege und Spannungen auf dem europäischen Kontinent, die französische Revolution steht kurz bevor. Matthias Claudius ist Angehöriger des gebildeten Bürgertums. Er ist Schriftsteller und umgibt sich gern mit anderen Dichtern und Denkern. Für ihn scheint es nicht selbstverständlich, dass es jeden Tag etwas zu Essen gibt und so verfaßt er dieses Loblieb auf Gott.
Was gehört für dich zum Erntedank?
Wir pflügen und wir streuen
den Samen auf das Land,
doch Wachstum und Gedeihen
steht in des Himmels Hand:
der tut mit leisem Wehen
sich mild und heimlich auf
und träuft wenn heim wir gehen,
Wuchs und Gedeihen drauf.
Er sendet Tau und Regen
und Sonn- und Mondenschein
und wickelt seinen Segen
gar zart und künstlich ein
und bringt ihn dann behende in unser Feld und Brot:
es geht durch unsre Hände,
kommt aber her von Gott.
Was nah ist und was ferne,
von Gott kommt alles her,
der Strohhalm und die Sterne,
das Sandkorn und das Meer.
Von ihm sind Büsch und Blätter
und Korn und Obst, von ihm
das schöne Frühlingswetter
und Schnee und Ungestüm.
Er läßt die Sonn aufgehen,
er stellt des Mondes Lauf;
er läßt die Winde wehen
und tut die Wolken auf.
Er schenkt uns so viel Freude,
er macht uns frisch und rot;
er gibt den Kühen Weide
und unsern Kinder Brot.
Schon seit ich Kind bin, steht da vorne immer ein Gabentisch, festlich geschmückt und dekoriert, mit allem, was die Ernte des Jahres repräsentiert.
Dann gibt es ein kleines Programm. Als ich klein war, gab es Wochen vorher von der Kindertante kleine Papierschnipselchen, die an die Eltern verteilt wurden, damit diese zu Hause dann mit den Kindern die Gedichte einüben. Am Tag X wurden dann die Gedichte und Musikstücke unter schrecklichem Lampenfieber dem Auditorium vorgetragen.
Und noch gehört für mich seit Kindertagen untrennbar zum Erntedank: Das Lied "Wir pflügen und wir streuen..."
Vor allem der Aufbau der Melodie hat mich damals fasziniert. Es geht ziemlich tief los, "wir pflügen und wir streuen den Samen auf das Land", dann kommt kurz eine Sequenz, als sei es eine Antwort, in einer höheren Lage, "doch Wachstum und Gedeihen steht in des Himmels Hand: der tut mit leisem Wehen sich mild und heimlich auf" um dann wieder tiefer zu werden "und träuft,wenn heim wir gehen, Wuchs und Gedeihen drauf". Der Kreis schließt sich, doch nicht ganz. Er deutet auf den Refrain hin, der zunächst nur auf zwei Tönen beginnt: "Alle gute Gabe" und dann in höheren Gefilden jubelt "kommt her von Gott dem Herrn". "Drum dankt ihm, dankt, und hofft auf ihn!" - so schließt der Refrain.
Matthias Claudius verfaßte es um 1783. Es gibt immer wieder kleine Kriege und Spannungen auf dem europäischen Kontinent, die französische Revolution steht kurz bevor. Matthias Claudius ist Angehöriger des gebildeten Bürgertums. Er ist Schriftsteller und umgibt sich gern mit anderen Dichtern und Denkern. Für ihn scheint es nicht selbstverständlich, dass es jeden Tag etwas zu Essen gibt und so verfaßt er dieses Loblieb auf Gott.
Was gehört für dich zum Erntedank?
Wir pflügen und wir streuen
den Samen auf das Land,
doch Wachstum und Gedeihen
steht in des Himmels Hand:
der tut mit leisem Wehen
sich mild und heimlich auf
und träuft wenn heim wir gehen,
Wuchs und Gedeihen drauf.
Er sendet Tau und Regen
und Sonn- und Mondenschein
und wickelt seinen Segen
gar zart und künstlich ein
und bringt ihn dann behende in unser Feld und Brot:
es geht durch unsre Hände,
kommt aber her von Gott.
Was nah ist und was ferne,
von Gott kommt alles her,
der Strohhalm und die Sterne,
das Sandkorn und das Meer.
Von ihm sind Büsch und Blätter
und Korn und Obst, von ihm
das schöne Frühlingswetter
und Schnee und Ungestüm.
Er läßt die Sonn aufgehen,
er stellt des Mondes Lauf;
er läßt die Winde wehen
und tut die Wolken auf.
Er schenkt uns so viel Freude,
er macht uns frisch und rot;
er gibt den Kühen Weide
und unsern Kinder Brot.
tulipan - 9. Okt, 20:11

